Termine

Vortrag
Winfried Siebers, Berlin: Justus Mösers Trauerspiel „Arminius“ und die Aufklärung

Veranstaltungsort:
Graf-Stauffenberg-Gymnasiums, Aula
Gottlieb-Planck-Straße 1, 49080 Osnabrück
04. November 2021 | 19.00 Uhr

1748 schrieb der Sekretär der Osnabrücker Ritterschaft Justus Möser sein fünfaktiges Trauerspiel „Arminius“, das zwei Jahre später in Wien uraufgeführt wurde. Mit der Gestalt des Arminius griff Möser auf die antike Überlieferung in der „Germania“-Schrift des römischen Historikers Tacitus zurück, entwickelte in seinem Geschichtsdrama aber auch die zeitgenössische Aktualität des Themas im Spannungsfeld von ständischer und aufgeklärt-absolutistischer Politik. Dabei hatte er vor allem die Verfassungswirklichkeit und die innerstaatlichen Konflikte des Alten Reichs vor Augen. Ausführlich erörtern die Hauptfiguren des in der Zeit nach der Varusschlacht spielenden Bühnenwerks in Streitgesprächen das Verhältnis von Moral und Politik.

Während das Stück sich in formgeschichtlicher Hinsicht in eher traditionellen Bahnen bewegt, ist es inhaltlich äußerst vielschichtig und anspruchsvoll, da es unterschiedliche Bezugsebenen miteinander verschränkt: Geschichtsdrama, Familiendrama, politisches Drama und Ideendrama. Der germanische Heerführer Arminius wird jedoch nicht wie in anderen populären „Hermann“- Bearbeitungen seiner Zeit als Gründervater eines deutschen „Nationalgeistes“ gestaltet, sondern vielmehr als negativer Held inszeniert. Insofern kann Mösers
„Arminius“ als eine literarisch-politische Stellungnahme des jungen Autors zu den Gefahren einer auf fürstlicher Alleinherrschaft beruhenden Herrschaftspraxis angesehen werden.

Aufgrund der Allgemeinverfügung der Stadt Osnabrück zu Corona gilt die „2G-Regel”. Wir benötigen von Ihnen einen Nachweis über die vollständige Impfung oder den Genesenennachweis. Die Sitzplätze sind begrenzt. Der Eintritt ist frei.



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