Vortrag
Tim Unger: Ein Bistum – zwei Konfessionen: Katholiken und Lutheraner im Osnabrücker Land zwischen 1648 und 1802
Veranstaltungsort:
Museumsquartier, Vortragssaal
Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück
18. März 2027
| 18.30 Uhr
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 und der Immerwährenden Kapitulation von 1650 war die konfessionelle Landschaft im Hochstift Osnabrück festgeschrieben: Fortan gab es katholische, evangelische und bikonfessionelle Kirchspiele. Die freie Religionsausübung war insofern gegeben, als sich jeder Eingesessene auf den Stand des Jahres 1624 (Normaljahr) berufen konnte. Auch das Bischofsamt wurde sozusagen bikonfessionell: Ein evangelischer Bischof folgte einem katholischen und umgekehrt.
Trotz der Immerwährenden Kapitulation prägten konfessionelle Konflikte das Hochstift bis 1802. Diese beeinflussten sowohl den Alltag vor Ort – wie Kindererziehung und Feiertage – als auch die Stiftspolitik und die Machtbalance der Landtagsstände.
Im Vortrag soll dargestellt werden, ob man das Miteinander der Konfessionen im Hochstift als „Gemeinschaft in kirchlichen Dingen“ (Hermann Hoberg), gewissermaßen als protoökumenisches Modell, oder als Geschichte ständiger Streitigkeiten interpretieren kann.
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