Termine

Vortrag
Martin Peters, Hannover: "Optimus interpres est, qui potentior est" - Verstehen, Missverstehen und Übersetzen als Strategien im vormodernen Konfliktmanagement am Beispiel des Westfälischen Friedens von 1648

Veranstaltungsort:
Museumsquartier Osnabrück, Akzisehaus
Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück
19. Januar 2023 | 19.00 Uhr

Der Vortrag befasst sich mit der Übersetzungskultur im vormodernen europäischen, also bi- und multilingualen Friedensprozess am Beispiel des Westfälischen Friedens von 1648 und legt dabei den Fokus auf bewusst gesteuerte oder unbewusste Missverständnisse zwischen den europäischen Vertragspartnern. „Rechte Meisterstücke von dergleichen [missverständlichen] Redens-Arten trifft man“, so konstatierte Karl Friedrich von Moser 1749 „in dem westphälischen Frieden-Schluß […].“

Missverständnisse waren Teil vormoderner Friedensvertragspraxis. Der schwedische Gesandte auf dem Westfälischen Friedenskongress, Salvius, soll sich folgendermaßen zu Beschwerden über den Gebrauch missverständlicher und zweideutiger Redensarten geäußert haben: „Optimus interpres est, qui potentior est.“ Hing Missverstehen und Verstehen auf den vormodernen Friedenskongressen tatsächlich, wie Salvius zu erkennen gab, von der politischen Macht der Akteure ab, die die Deutungshoheit für sich reklamierten? Das Schaffen von Missverständnissen, Unwissen und Ignoranz wird im Vortrag als kulturelle Technik im vormodernen Friedensprozess beschrieben.

Anmeldung unter willkommen-mq4@osnabrueck.de oder Tel.: 0541/323-2237.



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